Stephan Grothe

Von Webservices bis Künstliche Intelligenz - behält die Touristik ihre Vorreiterrolle? - Teil 1

Die Corona Krise ist eine der größten Herausforderungen für die Touristik Branche - was dies mit der Innovationskraft der Branche macht muss sich erst noch zeigen.


An dieser Stelle möchten wir einen Blick zurück wagen - und uns selbst einmal deutlich machen, was die Touristik Branche in den letzten Jahrzehnten an digitaler Transformation geleistet hat.


Automatisierung & E-Procurement

Wir sind jetzt seit 20 Jahren in der Touristik tätig – und haben etliche Projekte im Bereich der Digitalisierung der Wertschöpfungskette in der Reiseveranstaltung durchgeführt. Anfangs lief die gesamte Beschaffung von Reisebestandteilen hauptsächlich manuell ab - heute ist die komplette Lieferkette in der Touristik hochgradig automatisiert, selbst lokale Ausflüge können on-the-fly im Buchungsprozess angefragt und gebucht werden. Millionen, wenn nicht Milliarden von dynamischen Reisepaketen aus Flug und Hotel werden jeden Tag digital produziert, kalkuliert und in die unterschiedlichsten Vertriebskanäle eingespeist.

  • Webservices, XML und APIs kamen früh zum Einsatz
  • Die touristische Wertschöpfungskette ist vollständig digitalisiert
  • (Defacto) Standardisierung wurde durch Gatekeeper getrieben


User Centric Design, Skalierbarkeit und Performance

User zentriertes Denken war schon immer ein Teil der Touristik DNA und so ist es kein Wunder, dass AB-Tests und Usability-Tests schon vor über 10 Jahren bei Online-Reisebüros und Buchungsstrecken für Pauschalreisen weit verbreitet waren. Unsere Kunden haben kein Verständnis für lange Wartezeiten - die Geduld ist schnell am Ende und der Nutzer sucht sich einen anderen Anbieter. Ladezeiten der Website und Antwortzeiten von Produktsuchen sind kritisch.


Neben der Usability muss auch die Architektur von Webapplikationen diesem Umstand Rechnung tragen:

  • Ausgeklügelte Caching- und Skalierungs-Strategien sind für den Erfolg entscheidend.
  • Selbst kleinste Performance Verbesserungen wirken sich messbar auf die Conversion-Rate aus.


User sind aber auch bereit Feedback zu geben und wenn man genau zuhört, dann kann man schnell erkennen, wo und was verbessert werden muss, um die Kundenzufriedenheit zu steigern:

  • Beständig Feedback sammeln, auswerten und messbar machen z.B. über Weiterempfehlungsraten
  • Das Nutzerverhalten auf der Website über Tracking und Aufzeichnung von Klicks, Maus- und Scroll-Bewegungen, sowie von Formularinteraktionen beobachten, Schwachstellen identifizieren und beheben


Zusammenfassend kann man mit gutem Gewissen festhalten: Von der Erfahrung und Expertise der Reisebranche können viel Unternehmen aus anderen Bereichen bei ihrer Digitalen Transformation profitieren! Insbesondere in den Bereichen

  • Prozessautomatisierung & E-Procurement
  • Bewältigung hoher Traffic- und Transaktionsmengen
  • Webanalytics, AB-Testing und automatisiertes Online Marketing

Auf diesen Feldern gehörte die Touristik zu den Early Adoptern, ist Trends früh gefolgt bzw. hat dies selbst mitgeprägt. Hier gibt es eine gewaltige Menge an Erfahrung und Wissen von dem andere Branchen profitieren können!


In einem unserer nächsten Artikel wollen wir das Thema Machine Learning & Künstliche Intelligenz und deren Adaption in der Touristik näher beleuchten...


Quellenangaben für verwendete Bilder: Elnur/shutterstock

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